Minas Buenaventura ADR – Gold aus Peru
27.06.2006 Sven Olsson - GOLDINVEST.de Daily
Der Schock sitzt tief im Andenland. Die peruanische Goldminengesellschaft Buenaventura ist in die Schlagzeilen geraten. Es war leider ein sehr trauriges Ereignis, das der Gesellschaft widerfuhr. Ein Bus, der 45 Minenarbeiter aus der Uchucchacua–Mine in Peru nach Arbeitsende nach Hause bringen sollte, verunglückte. Es sind 28 Tote und 17 Verletzte zu beklagen. Welche Auswirkungen das nach sich ziehen könnte, ist ungewiss. Auf lange Sicht sollte es jedoch zu keinen größeren negativen Folgen für das Unternehmen kommen.
Nachdem die Wahlen in Peru für die Minengesellschaften einen günstigen Ausgang genommen haben - durch die Wahl Alan Garcias als Präsident – lohnt sich wieder ein Blick auf Goldminen in Peru.
Buenaventura ist eine der interessanten Unternehmen. Sie verkaufte mehr Metall, als sie im ersten Quartal 2006 in ihren eigenen Minen produzierte. Dies wirkte sich positiv auf den Verdienst aus. Die Gesellschaft verkaufte 7 Prozent mehr Gold und 22 Prozent mehr Silber als sie produzierte. Im ersten Quartal 2006 wurden 442.500 Unzen Gold gefördert. Des weiteren wurden 3,3 Millionen Unzen Silber produziert. Die reinen Abbaukosten betrugen beim Gold 163 US Dollar pro Unze.
Drei Minen nennt Buenaventura sein Eigen:
Bei der Uchucchacua-Mine (zu 100 Prozent im Besitz von Buenaventura), deren Minenarbeiter den bedauerlichen Unfall erlitten, werden die Produktion und die Kosten von vorläufigen Veränderungen im Minenplan negativ beeinflusst. Grund waren Sicherheitsmängel, die behoben werden müssen. Immerhin arbeiten dort über 1100 Leute. Die Produktion in Uccucchacua dürfte 2006 rund 10 Millionen Unzen Silber erreichen. 2007 könnte Buenaventura dort etwa 11,4 Millionen Unzen aus dem Boden holen.
Eine weitere Mine ist die Orcopampa–Mine, sie gehört ebenfalls zu 100 Prozent Buenaventura. Die erwartete Goldproduktion in 2006 soll sich auf 260.000 Unzen belaufen. Für 2007 wird ein Anstieg auf 340.000 Unzen in Aussicht gestellt. Die Silberproduktion soll von geschätzten 57.000 Unzen Silber in 2006 auf 75.000 Unzen in 2007 ansteigen.
Die Antapite–Mine (78 Prozent gehören Buenaventura) wird in 2006 etwa 81.000 Unzen Gold und in 2007 etwa 82.000 Unzen Gold gemäß den Schätzungen abwerfen.
Die Yanacocha–Mine gehört zu 43,7 Prozent der Buenaventura, den Rest besitzt Newmont Mining. Die Mine konnte im ersten Quartal 2006 höhere Verarbeitungsmengen und auch höhere Rohstoffgehalte aufweisen. Historisch gesehen ist die Produktion in den ersten sechs Monaten eines Jahres schwächer als im zweiten Halbjahr. Ob sich dieser Trend auch dieses Jahr bewahrheiten wird, ist noch nicht sicher. Für den Rest des laufenden Jahres wird eher ein geringerer Rohstoffgehalt und eine etwas geringere Produktion erwartet. Für 2006 werden 1,14 Millionen Unzen Gold und für 2007 werden 0,78 Millionen Unzen erwartet. Die reinen Abbaukosten werden von 191 US Dollar pro Unze in 2006 auf geschätzte 245 US Dollar in 2007 ansteigen.
Die Colquijirca–Mine (ist zu 32 Prozent im Besitz von Buenaventura) produzierte zwar etwas weniger Zink als angenommen, jedoch waren die reinen Abbaukosten viel niedriger als erwartet, da die Nebenprodukte der Silberproduktion enorm angestiegen sind. Für das Jahr 2006 wird die Silberproduktion auf 2 Millionen Unzen geschätzt. In 2007 soll sie geringer ausfallen und bei ungefähr 1,2 Millionen Unzen liegen. Die Bleiproduktion soll in 2006 und in 2007 in etwa gleich bleiben und bei geschätzten 22 Millionen Pfund liegen. Die Ausbeute an Zink wird in 2006 auf 51 Millionen Pfund, in 2007 auf 55 Millionen Pfund geschätzt.
Buenaventura besitzt noch 18,5 Prozent an einer Kupfermine, die Cerro Verde–Mine. Sie soll 2006 etwa 49,4 Millionen Pfund und in 2007 etwa 122,8 Millionen Pfund Kupfer produzieren.
Buenaventuras gesamte Goldproduktion wird für 2006 auf 1,5 Millionen Unzen Gold, für 2007 auf 1,2 Millionen Unzen Gold geschätzt. Dies soll sich auch 2008 nicht wesentlich ändern. Die Silberausbeute soll in 2006 14 Millionen Unzen und in 2007 13,8 Millionen Unzen betragen. Bei den Produktionskosten wird zwar ein Anstieg erwartet, sollten die Rohstoffpreise aber hoch bleiben, ist die Aktie ein gutes Investment. Denn der Risikoabschlag für Peru sollte in den nächsten Monaten abgebaut werden.